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Cala Ratjada - der östlichste Punkt Mallorcas. 2 wichtigster Fischereihafen Mallorcas. Touristische Hochburg mit vielen Möglichkeiten sich in ruhigen und verträumten Buchten auch zu erholen. Wild romantische Landschaft. Reges Nachtleben im Ortszentrum.

Cala Ratjada - der östlichste Punkt Mallorcas. 2 wichtigster Fischereihafen Mallorcas. Touristische Hochburg mit vielen Möglichkeiten sich in ruhigen und verträumten Buchten auch zu erholen. Wild romantische Landschaft. Reges Nachtleben im Ortszentrum.

Cala Ratjada - der östlichste Punkt Mallorcas. 2 wichtigster Fischereihafen Mallorcas. Touristische Hochburg mit vielen Möglichkeiten sich in ruhigen und verträumten Buchten auch zu erholen. Wild romantische Landschaft. Reges Nachtleben im Ortszentrum.
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Das Fest des heiligen Antonio

Eine Fiesta im Januar auf Mallorca. - eine Geschichte von Hans-Maria Deutz -


Nur noch wenige Tage und eine der grössten Fiestas Spaniens würde gefeiert werden. Auch auf der Mittelmeerinsel Mallorca waren die Vorbereitungen in vollem Gange. Zwei Tage würde die Fiesta dauern. Überall, in den Häusern, den Strassen, den Gassen und auf den Plätzen herrscht rege Tätigkeit. Alles zu Ehren des heiligen Antonio, dem Schutzpatron des Feuers. Grosse Holzstösse aus ganzen Baumstämmen werden alle hundert Meter vor den Häusern aufgeschichtet, die am Vorabend des eigentlichen Festes entzündet würden. Auch auf der Plaza, vor der Bodega Mateu, war man fleissig bei der Arbeit. wenn die Feuer brannten,würden Teufel in schaurigen Masken und angetan mit Skelettkostümen durch die Strassen toben, um den Menschen Furcht einzuflössen. Zum Schluss versammeln sich die Teufel auf der Plaza, vor dem Gemeindehaus, wo der Teuferstanz stattfindet. Wenn jedoch die Gitarren erklingen, mallorquinische Weisen erklingen, die Musik lauter wird und die Takte schneller und schneller, ergreifen die Teufel die Flucht und mit ihnen der Winter.
 

Die verspäteten Weihnachtsgeschenke
Das Fest des Heiligen Antonio
Von der Wunderburg zur Traumbucht

Jetzt wird dem Wein fleissig zugesprochen und an langen Weidenstöcken die Sobrasadawurst in der Asche der Feuer gebraten.

Getanzt wird bis zum frühen Morgen, wo dann das eigentliche Fest, mit Umzügen und Segnung aller Haustiere, beginnt.
Antonio, der Sohn des Bauern José, sass vor dem Denkmal des Heiligen Antionio, auf der Plaza, vor der Bodega Mateu und hatte seinen Kopf in die Hände gestützt. Die Tätigkeiten auf der Plaza nahm er nicht wahr.

Was war geschehen?

Am Mittag, als die Welt für ihn noch in Ordnung war, hatte ihn vor der Kirche ein Fremder angesprochen und ihn nach der Uhrzeit gefragt. Antonio zeigte auf die Kirchturmuhr. "Ha, ha", sagte lachend der Fremde, "darauf hätte ich auch selbst kommen können! Wie wär´s junger Freund, darf ich dich zu einem Glas Wein einladen? Ich bin auf der Durchreise und könnte eine kleine Pause gebrauchen." "Gern, wenn Sie mich einladen," antwortete Antonio.

Bei einem Glas Wein blieb es nicht. Die erste Flasche Vino Tinto war leer, und der Fremde bestellte die zweite. Bald schon wusste Antonio, dass der Fremde ein Kunstsammler aus Barcelona war.

"Mich interessieren alle Antiquitäten und vor allen Dingen, alte Madonnen, die es hier auf der Insel noch geben soll. Leider befinden sich die meisten im Privatbesitz, und es ist sehr schwer daran zu kommen." "Och", meinte Antonio, "in unserem Wohnzimmer steht auch eine alte Madonna, aber ob die wertvoll ist...? Nein, das glaube ich nicht." "Das ist aber interessant", meinte der Fremde. "Könnte ich sie mir einmal ansehen und vielleicht eine Skizze davon anfertigen? Ich will deine Mühe auch nicht umsonst. Hier hast du fünftausend Peseten, die du behalten kannst, wenn du mir die Madonna zeigst." Antonio sagte sofort zu, denn die fünftausend Peseten waren leicht verdientes Geld, das er gut für die Fiesta brauchen konnte.

Leicht schwankend verliess er mit dem Fremden die Bodega. Seine Eltern waren nicht zu Hause. Es zeigte dem Fremden die Madonna, die auf einem Wandbord im Wohnzimmer stand. "Lassen Sie sich ruhig Zeit mit der Skizze, ich bin im Stall. Rufen Sie mich, wenn Sie mich brauchen." Der Fremde aber liess sich keine Zeit.

Kaum hatte Antonio das Wohnzimmer verlassen, nahm er die Madonna von dem Bord, steckte sie unter seine Jacke und verschwand.

Als Antonio das Wohnzimmer wieder betrat, war der Fremde und die Madonna fort. Ihm wurde nicht nur übel von dem genossenen Wein. Seinen Eltern würde er nie mehr unter die Augen treten können. Er lief zurück in die Bar Mateu, um den Fremden vielleicht doch noch anzutreffen. Es war eine falsche Hoffnung. Als er verzweifelt vor dem Denkmal des heiligen Antonio sass, fiel ihm die Geschichte ein, wo der heilige Antonio den Teufel hereingelegt hatte. Seitdem half der heilige Antoni in allen wirklichen Notlagen.

Wie war das noch mal?

Der heilige Antinio, der zu jener Zeit Antonius hiess und ein sehr reicher Mann war, wohnte in einer grossen Stadt. Dort führte er ein ausschweifendes Leben. Das Geld warf er mit vollen Händen zum Fenster hinaus. Doch plötzlich, von einem Tag zum anderen, änderte er sein Leben und ging in die Wüste, um Busse zu tun. Dies wiederum passte dem Teufel nicht, der die Seele des Antonius schon zu haben glaubte. Er suchte ihn in der Wüste auf, um ihn nochmals zu verführen. "Sieh, mein Freund", sagte der Teufel, "wie schön und angenehm war dein Leben, bevor du in die Wüste gingst. Wein, soviel du trinken wolltest. Gutes Essen und schöne Frauen! Und was hast du jetzt? Du streust Asche auf dein Haupt, trägst ein Büssergewand, das dir die Haut zerkratzt. Barfuss läufst du über spitze Steine, und der heisse Wüstensand verbrennt deine Sohlen. Du bist sehr dumm, das du solches tust! Komm wieder zurück. Ich werde dir einen Palast schenken und alle Freuden, die du dir denken kannst."

Antonius, der den Teufel durchschaute, wollte ihn hereinlegen. So ging er scheinbar auf das Angebot des Teufels ein. "Gut", sprach er, "ich werde tun, was du sagst. Hier in der Wüste ist es wirklich ungastlich. Wenn ich da an mein frúheres Leben denke. Doch mit einem Palast bin ich nicht zufrieden. Ich möchte viele Paläste haben und noch mehr Gold und Edelsteine, als ich bereits einmal hatte. Dazu gibst du mir auf Erden die Macht über das Feuer. In der Hölle magst du sie behalten. Aber so einfach bekommst du meine Seele nicht. Wir werden darum spielen. Gewinnst du, so bleibe bei deinem Angebot und meine Seel ist Dein. Gewinne ich, bleibst du auch bei denen Versprechungen, doch meine Seele behalte ich.

Dem Teufel war´s recht. Ein Spiel war nach seinem Geschmack. Da konnte er lügen und betrügen. Antonius hatte jetzt schon verloren.

"He, was spielen wir denn?" fragte der Teufel.

"Ein Kartenspiel, wenn es dir recht ist", antwortete Antonius.

"Und welches?" fragte wieder der Teufel.

"Das Spiel Dreiunddreissig, das du mir selbst beigebracht hast, erinnerst du dich noch?"

"Ja, ja", sagte lachend der Teufel, "da warst du noch so richtig böse und hast gelogen und betrogen, wo du nur konntest."

"Also", fuhr Antonius fort, ohne auf die Worte des Teufels einzugehen, "jeder zieht eine Karte. Dann ist der andere dran und so weiter. Wer zuerst dreiunddreissig Augen zählt, der hat gewonnen. Der andere darf dann noch eine Karte ziehen".

Beide setzten sich um einen Stein, und Antonius zog ein Kartenspiel aus seinem Gewand. Der Teufel mischte die Karten und Antonius hob ab und das Spiel begann. Zuerst zog der Teufel eine Karte, dann Antonius. Der Teufel richtete sich triumphierend auf. "Ha, du Dummkopf, ich habe genug!" Antonius erschrak. Er hatte zwei Karten in der Hand, zwei Asse. Einen Zug durfte er noch tun. Nur ein Ass konnte ihn retten. Da flehte Antonius zu Gott. Er versprach, sollte er das Spiel gewinnen, alle irdischen Güter an die Armen zu verschenken.

Nur die Macht über das Feuer wollte er behalten, um den Guten zu helfen und die Bösen zu bestrafen. Er zog seine letzte Karte. Es war ein As. Aufatmend sah er den Teufel an und legte seine Karten verdeckt auf den Stein. "Zeig her, was du in deinen Klauen hast", sagte Antonius. Der Teufel deckte seine Karten auf. "Das hättest du einfacher haben können, aber das Spiel hat mich gereizt. Du hast verloren! Deine Seele gehört jetzt für immer mir. Alles andere bekommst du wie versprochen. Sieh her, ich habe dreiunddreissig Augen".

Antonius beugte sich vor und zählte die Kartenaugen des Teufels. Ein Stein fiel ihm vom Herzen. "Du irrst, du neunmal geschwänzter Satansbraten! Du hast dich verzählt. Es sind nur dreissig Augen! Ich aber habe dreiunddreissig Augen und somit das Spiel gewonnen!" Damit legte er seine Karten offen auf den Stein.

Da fuhr der Teufel mit einem Schrei in die Höhe und verschwand für immer in eine Erdspalte. Nur der üble Schwefelgestank blieb zurück. Antonius dankte Gott auf den Knien und ging in die Stadt zurück. Seinen ganzen Reichtum verschenkte er, wie versprochen, den Armen, und nur die Macht über das Feuer behielt er.

Antonio, dem die Geschichte wieder eingefallen war, kniete vor dem Denkmal des Heiligen Antonio nieder und betet: "Lieber, Heiliger Antonio, hilf mir, wie Gott dir damals in der Wüste geholfen hat. Lass mich die Madonna wiederfinden".
Im gleichen Augenblick raste ein Auto vorüber. Am Steuer sass der Fremde und grinste wie der Teufel. Antonio kniete noch auf dem Boden, als das Auto über einen Stein fuhr. Der Kofferraumdeckel sprang auf. In hohem Bogen fiel die Madonna hinaus und blieb vor Antonio liegen. Der konnte sein Glück kaum fassen und dankte seinem Namensvetter, dem Heiligen Antonio. Dann lief er eiligst nach Hause und stellte die Madonna auf ihren Platz zurück. Die fünftausend Peseten legte er in der Kirche auf den Altar. Sie hatten ihm kein Glück gebracht. Am Abend, als zu Ehren des Heiligen Antonio die Feuer brannten, war Antonio der erste, der die Teufel verjagte. Für ihn war es die schönste Fiesta, die er nie vergessen würde.

So geschehen in Artá, in einer kleinen Stadt auf Mallorca, wo während der Fiesta noch nie ein Haus abgebrannt ist.